In Kota Kinabalu (KK) angekommen, haben wir uns zunächst über die gängigen Preise für unsere geplanten Ausflüge informiert und uns vor Schreck regelrecht auf den Hosenboden gesetzt. Wir haben stundenlang diskutiert, was uns wirklich wichtig ist und was nicht, und nach dem Streichen einiger Aktivitäten wussten wir überhaupt nicht, was wir mit den von uns geplanten 2 1/2 Wochen anfangen sollten. KK war auch nicht wirklich interessant. Sven wollte sich ein ipad kaufen, weswegen wir zu einem weiter entfernten Einkaufszentrum gefahren sind, wo es allerdings ausverkauft war. Ich musste zum Arzt, weil mein Durchfall seit Wochen nicht weggehen wollte. Wir waren in einer supersauberen und schicken Poliklinik. Die Ärztin war daher auch leicht beleidigt, als wir uns vor der Spritze erkundigten, ob die Nadel auch wirklich frisch war :) Aber nach Indien ist man da sehr vorsichtig... Dann waren wir noch im Kino und haben "Fluch der Karibik 3" geschaut. Mit Oliver aus der Schweiz waren wir dann noch auf dem tollen Nachtmarkt und haben leckeren Fisch gegessen. Oliver war es dann auch, der uns den Tipp mit dem Sultanat Brunei Darussalam gegeben hatte, dem dritten Staat neben Malaysia und Indonesien auf der Insel Borneo. Dort sind wir dann auch am dritten Tag hingereist.

Mit der Fähre ging es zunächst drei Stunden auf die Insel Labuan, eine komplette Duty-Free-Insel, wo wir eine sehr gute Flasche Rum für Svens nahenden Geburtstag gekauft haben :) Danach ging es mit einer zweiten Fähre weiter nach Brunei. Die Einreise verlief problemlos. Auf der Fahrt in die Hauptstadt Badar Seri Begawan haben wir die prächtigen Häuser bewundert, die überall auf großen Grundstücken lagen. Brunei gehört nämlich zu einem der reichsten Länder der Welt, da sie vor der Küste Erdöl fördern. Wir hatten auch schnell eine Unterkunft in einem Jugendzentrum gefunden, wo wir aber in geschlechtergetrennten Dorms schlafen mussten.


Abends waren wir an der Omar-Ali-Saifuddin-Moschee, die zwar sehr prächtig und schön war, aber wenn man sich die ärmlichen Hütten des berühmten Wasserdorfes "Kampong Ayer" drum herum anguckte... naja, fragte man sich schon, ob der Reichtum Bruneis nicht ein wenig ungerecht verteilt war. Danach erkundigten wir uns nach einen Tour in den Regenwald, denn da der Reichtum unter dem Meeresboden zu finden war, wurde der Regenwald in Brunei weitestgehend geschont. Allerdings waren die Preise schon fast lächerlich hoch, so dass wir dieses Vorhaben sofort strichen. Danach haben wir uns noch die "Water Villages" vom Ufer aus angeschaut und waren ein wenig spazieren, bis wir nachts wieder auf dem Night Market essen waren.


Am nächsten Morgen waren erstmal im angeschlossenen Pool des Jugendzentrums schwimmen :) Anschließend waren wir im Royal Regalia Museum, wo all die Geschenke ausgestellt waren, die andere Staatoberhäupter dem Sultan geschenkt haben, also dem Mann, der bereits alles besaß. Dachnach sind wir zur Jame'Asr Hassanal Bolkiah Moschee gefahren, die wir auch von innen besichtigen wollten. Allerdings mussten wir über eine Stunde warten und konnten uns Gedanken über die vielen toten Bienen machen, die alle um einen Baum lagen, der höchstwahrscheinlich irgendein Gift absonderte das den Bienen und allen möglichen anderen Insekten nicht so richtig gut tat.
Endlich durften wir herein, aber mehr als den Hauptraum durften wir nicht sehen. War trotzdem ganz nett. Als wir rausgingen, entdeckten wir einen riesigen Schmetterling, der anscheinend von dem Gift des Baumes gelähmt war, aber noch lebte. Behutsam haben wir ihn vom Boden gerettet und so lange beobachtet, bis er sich erholt hatte und weggeflogen ist.


Danach hatten wir eine der bescheuertsten Ideen überhaupt: da in der Hauptstadt eins der teuersten Hotels der Welt stehen sollte, das Empire Hotel, wollten wir es uns natürlich auch mal ansehen. Während wir also so ratlos an der Bushaltestelle standen, hielt neben uns ein Auto und der Fahrer sagte, er wurde uns kurz rumfahren. "Kurz rumfahren" entpuppte sich als eine halbstündige Fahrt auf der Autobahn und wir fragten uns schon, wie wir wohl nach Hause kämen... Dann wollte der nette Fahrer natürlich auch noch Geld von uns, obwohl er natürlich am Anfang gesagt hat, dass er uns gratis mitnimmt... Wir haben ihm zwei Euro gegeben und gesagt, dass er sich zum Teufel scheren soll. Toll, da standen wir dann mitten in der Pampa, vor einem gar nicht sooooo eindrucksvollen Gebäude. Gut, als wir dann die dreistöckige Lobby betraten, änderte sich unsere Meinung :) Was für eine Pracht! 

Heimlich haben wir uns auf das Hintergelände geschlichen und uns einen wunderschönen Sonnenuntergang angeschaut. Tja, danach mussten wir aber in den sauren Apfel beißen und an der Rezeption nach einem Taxi fragen... Grrrr, 17 Euro... Das stand ja mal so gar nicht in unserem Tagesbudget...
Wir wollten unser Glück nochmal mit Trampen versuchen und auf unserem Weg dorthin steckte uns der Portier, dass er einen Freund hätte, der uns für 11 Euro fahren würde. Schön, wie die Angestellten ihr eigenes Hotel bescheißen :) Das Angebot haben wir dann auch angenommen :) Das Taxi fuhr uns dann auch zügig nach Hause, empfahl uns auch noch eine bruneiische Spezialität, die am Fenster einer Privatküche kauften!? Verrückte Welt.




Am nächsten Tag wollten wir wieder aus der Brunei ausreisen. Die Fähre sollte um 8:30 Uhr ablegen und der Expressbus zum Hafen um 7:30 Uhr abfahren. Überpünktlich standen wir daher am Busbahnhof, aber der Sch***-Bus kam einfach nicht! Als wir um 9:15 Uhr endlich am Hafen ankamen, war natürlich nichts mehr zu machen und wir mussten bis 15:30 Uhr auf die nächste Fähre warten. Uns war langweilig und was zu essen gab es auch nicht. Am frühen Abend erreichten wir dann wieder die Insel Labuan und nach dem üblichen Einreiseprozedere durften wir feststellen, dass keine Fähre mehr nach KK ging. Zum Glück gab es auf Labuan ein günstiges Backpackerhostel. Abends holten wir uns dann noch in einem der vielen Duty Free Läden eine Flasche Rotwein und unsere Lieblingschips aus Deutschland und machten uns doch noch einen gemütlichen Abend auf dem Dach unseres Hostels. Nachts ging dann ein heftiges Gewitter runter, dessen stundenlanges Trommeln uns dann in den Schlaf wiegte.

Am nächsten Tag bekamen wir gerade noch so die letzten Tickets für die Fähre nach KK. Wir wunderten uns schon über die vielen Menschen am Fährhafen, schoben es aber auf den Beginn des Wochenendes. Abends wollten wir mit dem Nachtbus nach Semporna im Süden Borneos fahren und als wir am Busbahnhof ankamen, waren wirklich ungewöhnlich viele Menschen unterwegs... Unsere ärgste Befürchtung bestätigte sich dann am Schalter: die malaysischen Ferien hatten begonnen und es gab keine Plätze mehr! AAAAAHHHHHH, wir hätten ausrasten können! Notgedrungen checkten wir in ein kleines Busbahnhofhotel ein und bekamen ein kleines fensterloses Zimmer, in dem mal wieder eine Klimaanlage als Ersatz für ein Fenster angesehen wurde. Dass dieses Konzept nicht aufgeht, bewies der muffige Geruch... Naja, dafür hatten wir eine tolle Dusche. Die Nacht wurde dann auch sehr kurz, da wir um kurz vor 7:00 Uhr wieder am Busbahnhof standen, wo wir dann feststellen durften, dass man uns zwar Tickets für den heutigen Tag verkauft hatte, wir aber nicht auf der Busliste standen und somit unsere Plätze vergeben waren....!!!! Bevor wir richtig ausgerastet sind, haben sie uns noch die letzten beiden Plätze in dem 8:30 Uhr Bus gegeben.
Uns stand nun also eine zehnstündige Busfahrt bevor. Aber wir fanden das dann doch gar nicht so schlecht, da wir dachten, so die ganze schöne Natur Borneos anschauen zu können. Die Realität war grauenhaft: es scheint, dass im Bundesstaat Sabah der gesamte Regenwald für Palmölplantagen abgeholzt wurde. Kilometerweit erstreckten sich die eintönigen Pflanzen und der Anblick sollte für die nächsten zehn Stunden auch kaum aufhören! Einfach nur schrecklich! Wir waren und sind immer noch vollkommen geschockt, da Borneo für uns immer einen exotischen Klang hatte. Und die Malaien sind auch noch tatsächlich stolz darauf, der weltweit größte Exporteur für Palmöl zu sein...
Endlich waren wir am späten Abend in der dreckigen Stadt Semporna angekommen. Wir hatten drei Tage anstatt einen Tag und eine Nacht gebraucht... Aber da wir ja Zeit hatten, war es nicht so schlimm. Schlimm war allerdings, dass am nächsten Tag Svens 30. Geburtstag war und wir diesen eigentlich um Mitternacht auf dem dafür gebuchten Resort, das draußen auf dem Wasser auf Stelzen gebaut war, feiern wollten. Wir rechneten allerdings nicht mehr damit, dass das Büro noch offen hatte und dass uns jemand in der Dunkelheit noch mit einem Boot übersetzen würde... Doch es ging alles gut, wir bekamen ordentlich Geburtstagsrabatt und um neun Uhr abends erreichten wir das "Singamata Reef Resort".