Wir kamen recht spät und müde in Hong Kong an. Das Wetter war natürlich ein Schock: 18 Grad fühlte sich nach sechs Wochen mit kontinuierlichen 40 Grad extrem kalt an. Unser Hostel war im berüchtigten Hochhaus "Chunking Mansion", in dem sich 17 Stockwerke hoch ein Hostel nach dem anderen befindet. Wir bekamen ein kleines nettes Zimmerchen im New Peking Guesthouse und sind dann nochmal losgezogen um uns die "Avenue of Stars" anzugucken, von der man einen perfekten Blick auf die tolle Skyline hatte. Dann sind wir noch auf der Suche nach was zum Essen ziellos durch die Straßen geschlendert. Langsam realisierten wir, was wir erfolgreich über die Monate verdrängt hatten: wie widerlich das Essen in China gewesen war... Also landeten wir mal wieder bei McDonalds.


Am nächsten Tag schliefen wir ganz lange aus und sind danach die Nathan Road im Stadtteil Kowloon hochgelaufen. Was uns sofort auffiel waren die vielen vielen vielen Menschen! Klar, Hong Kong hat Platzprobleme und sehr viele Einwohner, aber dieses Geschiebe und Gedrängel auf den Straßen war wirklich bemerkenswert. Hong Kong ist sehr international, es gab viele Touristen und wir sind im Gegensatz zu China mit Englisch erstaunlich gut zurechtgekommen. Auffällig waren auch die vielen Juweliergeschäfte und Marken-Boutiquen wie Gucci, Prada und Co. Irgendwann waren wir auf dem "Ladies Market" und haben versucht ein bisschen zu shoppen, aber die Verkäufer waren leider unwillig zu handeln. An einem Straßenstand haben wir Wan-Tan-Suppe probiert, aber das qualitativ miese Fleisch einfach nicht runtergekriegt.


Abends ging es auf den "Temple Night Market", aber auch dort wurden wir essensmäßig enttäuscht. Lustig waren hingegen die vielen Wahrsager und die vielen Chinesen, die Schlange standen um sich aus den Gesichtszügen und den Handflächen die Zukunft vorhersagen zu lassen. Am zweiten Tag ging es endlich auf die Hong Kong Insel. Wir sind mit der Fähre rüber gefahren und haben dabei die vielen Landgewinnungsprojekte gesehen, die Hong Kong noch größer werden lassen sollen. Wir sind wieder einfach nur rumgelaufen oder mit der zweistöckigen Straßenbahn gefahren. Irgendwie müssen wir aber auch sagen, dass Hong Kong gar nicht so faszinierend war, denn es war auch nur eine Stadt mit Geschäften. Wir sind daher nach einem köstlichen Mahl bei Mäcces (...) wieder zurück ins Hostel und haben uns bis zum Abend ausgeruht. Um 20 Uhr haben wir uns auf der Avenue of Stars positioniert und uns die ziemlich kurze "Symphony of lights show" angeschaut.



Anschließend ging es zum "The Peak", einem etwa 550m hohen Hügel, den man mit einer alten Seilbahn hochfährt um atemberaubende Blicke auf die Stadt genießen zu können. Die Fahrt nach oben war so steil, dass die Häuser so aussahen als wenn sie eine 45 Grad Neigung hätten! Auf der Aussichtsplattform war es durch den pfeifenden Wind ***kalt, aber die Sicht einfach fantastisch. Die Stadt ist so kompakt durch die vielen Hochhäuser, so hell erleuchtet, einfach schön. Wir kamen nach einer knappen Stunde durchgefroren wieder unten an und haben dann aus Neugier der Partygegend Hong Kongs, Lan Kwai Fong, einen Besuch abgestattet. Gott, war das lustig! Irgendein Rugbyspiel war gerade gewonnen und die Touristen oder westlichen Einwohner haben gefeiert bis zum Abwinken. Viele waren in unglaublich schrägen Kostümen unterwegs und wir haben uns einfach auch ein paar Biere geholt, auf den Bürgersteig gesetzt, den Leuten amüsiert zugeguckt. Wir waren hin und hergerissen ob wir mitfeiern sollen weil es am nächsten Tag nach Macao gehen sollte. Trotzdem wuerde es recht spät und wir haben am nächsten Tag viel zu lange geschlafen.