Am Freitag, dem 13. April ging es ohne Schlaf frühmorgens um 4 Uhr zum Flughafen. Dort kam dann der große Schock: wenn man in die USA reist, MUSS man ein Weiter- oder Rückreiseticket vorweisen, sonst darf man nicht rein in das Land. Wir hatten ein Weiterticket nach Cancun in Mexiko, aber bei den Terroristenparanoiden Amis zählen alle Anrainerstaaten (Kanada, Mexiko und alle Karibikinseln) zum Einzugsbereich! Somit hatten wir in den Augen des Bodenpersonals kein gültiges Ticket und durften nicht einchecken!!! Glücklicherweise ging unser Flug über Düsseldorf, wo wir knappe 7 Stunden Aufenthalt hatten. Nach Düsseldorf durften wir fliegen und dort haben wir dann stundenlang die Mitarbeiter von AirBerlin und anderen Fluggesellschaften beschäftigt um für unsere Situation eine Lösung zu finden. Letztendlich haben wir uns selbst zum Glück verholfen: für "faire" 8 Euro/Stunde haben wir uns in das WiFi des Düsseldorfer Flughafens eingeloggt und bei einer amerikanischen Billigairline zwei Tickets für einen Flug von Miami nach Guatemala City gekauft, den wir nie antreten werden, der aber ein großes Loch in unsere Reisekasse gerissen hat.

Der achtstündige Flug verging dann in den bequemen Sitzen und mit tollen Filmen auch ganz schnell. In New York hat sich dann übrigens niemand für unser Weiterreiseticket interessiert...


Wir hatten erstmals kein Hostel gebucht, sondern eine private Unterkunft im Stadtteil Brooklyn. Schon auf dem Weg dahin waren wir die einzigen Weißen und das sollte sich auch die nächsten Tage nicht ändern. Leider war unser Zimmer im Kellergeschoss als auch Bad und Küche eine ziemliche Enttäuschung. Am ersten Abend waren wir nur im Supermarkt, haben gekocht und sind recht früh schlafen gegangen. Am nächsten Tag durften wir zudem feststellen, dass wir so weit außerhalb wohnten, dass wir täglich eine Stunde hin und zurück nach Manhattan brauchten... Aber trotzdem sind wir gut gelaunt bei Sonnenschein losmarschiert. Erster Halt: Supermarkt; um für Sven eine große Tüte Twizzlers zu kaufen (eine Art amerikanisches Haribo :) ) Danach sind wir ganz klassisch über die berühmte Brooklyn Bridge nach Manhattan gelaufen und haben schonmal den grandiosen Ausblick auf die Hochhäuser genossen. Ziemlich schnell waren wir am "Ground Zero" angelangt und holten uns Tickets für den 17 Uhr Einlass. Danach sind wir durch die schattigen und engen Hochhäuserschluchten gelaufen und waren u. a. an der Wall Street, am Woolworth Building, Empire State Building oder haben den Straßenkünstlern bei ihren akrobatischen Leistungen zugeschaut.


Natürlich gab für uns ganz stilecht Bagels, Starbucks Kaffee und Hot Dogs. Ground Zero war dann sehr eindrucksvoll: auf den ursprünglichen Fundamenten der beiden Türme sind nun 9m tiefe Wasserfälle angelegt, die im Boden verschwinden. Auf einer umlaufenden Gedenktafel wurden die Namen der Opfer eingraviert. Das neue World Trade Center ist noch im Bau, sieht aber schon jetzt recht eindrucksvoll aus! Danach sind wir den Broadway hochgelaufen, bis wir zum "Flatiron Building" kamen, einem der ersten Hochhäuser New Yorks. Spätabends ging es an den Times Square, der zwar voll hing mit Leuchtereklamen, überraschenderweise aber überhaupt nicht laut war. Aber wir waren viel zu kaputt als dass wir die Atmosphäre richtig genießen konnten.


Am nächsten Tag, Sonntag, ging es in den Central Park. Dabei liefen wir auch an dem Dakota Building entlang, vor dem 1980 John Lennon erschossen wurde. Seine Frau Yoko Ono hatte als Gedenkstätte und Mahnmal für Frieden und Völkerverständigung die "Strawberry Fields" am Rande des Central Parks angelegt, deren Botschaft dann im Central Park richtig spürbar war, weil so viele unterschiedliche Menschen zusammen einen schönen Sonntag verbrachten. Auch für uns war der Besuch richtig entspannend, auch wenn wir viel gelaufen sind. Abends haben wir die wunderschön beleuchtete Brooklyn Bridge bewundert, bevor wir in den Stadtteil Williamstown gefahren sind, dem "Prenzlauer Berg New Yorks". Wir haben uns auf ein Bierchen in eine lustige Bar gesetzt und die Feieratmosphäre genossen.



Am dritten Tag ging es auf die "Highline". Das ist eine oberirdische, stillgelegte Bahntrasse, die nun als stylischer, moderner Park umfunktioniert worden ist. Die Atmosphäre dort war einfach nur toll! Wir haben uns mit einem Kaffee in die Sonne gesetzt und einfach den Tag genossen. Anschließend sind wir kreuz und quer New Yorks bekannte Straßen abgelaufen: 4th und 5th Avenue, Broadway etc. Abends gönnten wir uns was und fuhren zum Sonnenuntergang hinauf auf das Empire State Building, von wo wir die tolle Skyline Manhattans bewundern konnten. Nachts ging es nochmal auf den Times Square und dieses Mal konnten wir alle Eindrücke aufsaugen. Spätnachts sind wir nochmal zum Wall Street Bullen, wo wir in Ruhe Fotos machen konnten, anstatt uns tagsüber in die 30minütige Warteschlange einzureihen.


Am letzten Tag sind wir die halbe Park Avenue abgelaufen um uns die Grand Central Station und das Chrysler Building anzuschauen. Wir waren am (nicht im) Guggenheim Museum, am Rockefeller Center, in der Public Library usw. Zum Sonnenuntergang sind wir mit der kostenlosen Staten Island Ferry an der Freiheitsstatue vorbeigefahren und haben nochmal tolle Fotos gemacht. Genauso tolle Fotos entstanden dann auch nochmal an der Brooklyn Bridge. Vier Tage haben natürlich längst nicht ausgereicht um alles zu sehen, aber wir fanden New York so klasse und auch die New Yorker so freundlich, dass wir auf jeden Fall sagen können: we will be back!!!