In Léon war es hitzemäßig nicht viel besser als in El Tunco. Leider gab es aber keine Zimmer mit Aircondition in unserer Preisklasse... Daher lief bei uns im Zimmer der Venilator auf Hochtouren. In Léon hatten wir eine gute WiFi-Verbindung, weswegen wir uns mal mit unserem Leben nach der Weltreise beschäftigt haben und die ersten Online-Jobbörsen durchforstet und angefangen haben Bewerbungen zu schreiben. Wirkliche Urlaubsstimmung kam also nicht auf, aber es regnete eh recht viel. Trotzdem haben wir uns ein wenig die Stadt angeschaut, die dem guatemaltekischem Antigua stark ähnelte: wir besichtigten die angeblich größte Kathedrale Mittelamerikas "Basilica de la Asunción", waren oft auf dem Markt Essen einkaufen, immer lecker Waffeln frühstücken und haben uns am dritten Tag was gegönnt: wir waren Vulkanboarden! Dabei rast man entweder im Sitzen oder im Stehen auf einem Holzbrett einen Vulkan herunter :)



Morgens um acht ging es mit ein paar anderen Verrückten im Van über die Landstraße zum Vulkan "Cerro Negro". Dies ist der jüngste aktive Vulkan Nicaraguas, da er erst Mitte des 19. Jahrhunderts durch eine schwere Eruption entstanden war. Der letzte Ausbruch war 1999 und der nächste wird bald erwartet, da der eine der fünf Krater in den letzten Jahren um vier Meter gewachsen ist und sich die heiße Asche darunter schon anstaut. Trotzdem gilt er bislang als relativ sicher, so dass findige Unternehmer den Touristenspaß "Vulkanboarden" erfunden haben. Wir schnallten uns also das Brett hinter unseren Rucksack und marschierten hinauf. Für uns beide war es das erste Mal auf einem Vulkan. Die Steine waren extrem scharf und es war auch recht staubig und dreckig. Je höher wir kamen, desto stärker wurde der Schwefelgeruch, aus der Erde stieg Dampf und sie war sehr warm. Der Hauptkrater war dann nach anderthalb Stunden errreicht und sehr eindrucksvoll. Unser Guide meinte auch, dass wir uns einen besonders schönen Vulkan ausgesucht hätten. Nachdem wir alles bestaunt hatten, liefen wir zur sehr steilen "Abschussrampe" des Vulkans und legten unsere Schutzkleidung an. Und schon ging es in Schussfahrt hinunter, wir surften mit unseren Boards über das Geröll, schrieen, lachten, husteten und nach einer paar Minuten war der ganze Spaß schon wieder vorbei. Fazit: viel zu teuer, viel zu touristisch, aber eine Mordsgaudi!!! :) Wir blieben danach noch einen Tag in Léon, weil wir unsere Wäsche zur Wäscherei bringen mussten... Auch die tolle Schutzkleidung hatte uns nicht davor bewahrt schmutzig zu werden. Dann ging es aber endgültig weiter Richtung Granada.