Endlich ging es nach Granada weiter. Zuerst im Minivan bis in die Hauptstadt Managua, wo wir innerhalb von Sekunden auf den nächsten Minivan aufsprangen und mehr schlecht als recht unsere Rucksäcke im "Kofferraum" zu verstauen suchten. Nur so als Info: In einen Minivan passen laut westlicher Norm vielleicht maximal 10 Menschen. Durch findige Anbauten von Klappsitzen oder -bänken passen aber in den meisten anderen Ländern auf der Welt schon mal bis zu 17 Leute hinein. Auf der Fahrt von Managua nach Granada wurden wir aber über die wahren Kapazitäten aufgeklärt: Sage und schreibe 28 Menschen, inklusive uns, quetschten und drängelten sich in dem Auto! Ich saß auf Svens Schoß, weil ich einer jungen Mutter mit Kleinkind meinen Platz angeboten hatte, die sonst eine Stunde hätte stehen müssen. Das ist dann wohl mittelamerikanisches Leben pur :)

Wenn wir dachten, dass El Tunco und Léon schon heiß gewesen wären, so wurden wir in Granada eines bessseren belehrt... In der Stadt herrschen durchschnittlich (!) 40 Grad und das jeden Tag im Jahr! Nach ein bisschen Rumgelaufe in der Stadt fanden wir ein nettes kleines Hostel, aus dem wir dann auch kaum rauskamen, da es ohne den Ventilator einfach unerträglich war. Morgens waren wir immer auf dem Markt zum Obst einkaufen (20 Cent für eine riesengroße zuckersüße Ananas) und abends haben wir uns die netten Fußgängerpassagen angeschaut oder eine Zigarrenmanufaktur besichtigt. Ansonsten haben wir weiterhin an unserer zukünftigen Karriere gebastelt. Nachts hat es fast immer sinflutartig geregnet, so dass das Wasser locker 15cm hoch die Straßen hinunterfloss und wir somit nicht richtig ausgehen konnten. Also machten wir uns nach drei Tagen Entspannung auf in Richtung des Nicaraguasees zur Isla de Ometepe.