In Costa Rica ist so ziemlich alles schief gegangen was schief gehen kann und deswegen gibt es auch keine Fotos. Unser Plan war es dieses Land nur zu streifen, da es so teuer und touristisch sein sollte. Eine Sache wollten wir aber unbedingt machen: Ziplining im Batman-Stil. Dabei wird man an einem Punkt am Rücken mithilfe eines Gestells an einem Drahtseil befestigt, das 100 lang durch den Dschungel in einer Höhe von etwa 27 Metern gespannt ist und dann kann man wie Batman durch den Dschungel "fliegen" :) Dazu hatten wir uns den Ort Monteverde ausgesucht. Als wir die Passkontrollen von Nicaragua und Costa Rica hinter uns hatten, stiegen wir in einen Bus, von dem uns der Verkäufer versicherte, dass er garantiert nach Monteverde fahren würde. Nach einigen Stunden Fahrtzeit und bei beginnender Dunkelheit wurden wir an einer Tankstelle im Niemandsland rausgelassen. Wir protestierten, denn uns wurde schließlich eine Fahrt NACH Monteverde, nicht RICHTUNG Monteverde verkauft, doch ohne Spanischkenntnisse waren wir verloren. Der Fahrer gab uns zu verstehen, dass es ihn einen Dreck kümmerte, welche Leistung wir bezahlt hätten und entweder würden wir jetzt aussteigen oder mit ihm bis in die Hauptstadt San José weiterfahren. Boh, waren wir sauer. In der Einöde trafen wir zufällig auf zwei andere Touristen, die meinten, dass Monteverde noch 60km entfernt sei! Und der danebenstehende Taxifahrer erklärte sich mit einem hämischen Grinsen bereit uns für 100 Dollar zu fahren... Da wir nicht vorhatten ohne Schutz irgendwo in der Natur zu übernachten, nahmen wir den letzten Lokalbus, der uns 8 km weiter in ein Dorf fahren sollte wo wir vielleicht eine Unterkunft finden könnten. Nach langem Suchen fanden wir in dem 2000-Seelen-Dorf tatsächlich eine nette und saubere Unterkunft, einen Geldautomaten und auch noch einen Supermarkt. Trotzdem war unsere Laune auf einem Tiefpunkt.
Am nächsten Morgen waren wir genauso hilflos wie am Abend zuvor. Doch mit unserem Spanischwörterbuch konnten wir einer Frau die Nachricht entlocken, dass in ein paar Stunden der Bus nach Monteverde kommen sollte, allerdings wäre dieser fast immer voll und nähme meist keine Fahrgäste mehr mit... Da wir sowieso keine Lust mehr hatten, beschlossen wir die Aktion abzubrechen und in die Hauptstadt San José zu fahren. Unser nächstes Problem bestand darin, dass der Lokalbus, der uns wieder zu dieser Tankstelle im Niemandsland fahren sollte, auch erst wieder in zwei Stunden fahren sollte. Also mussten wir die 8 km mit den Rucksäcken zurücklaufen...
An der Tankstelle saßen wir dann etwa eine halbe Stunden lang rum, bis sich ein Reisebus näherte, den wir anhielten und der auch tatsächlich nach San José fuhr. Am frühen Abend wurden wir wieder mitten in der Stadt irgendwo rausgeschmissen, vollkommen orientierungslos. Wir suchten daher nach einem Internetcafé um online nach einem freien Hostel zu suchen. Dann hieß es wieder mit dem Rucksack durch die Stadt laufen bis wir das Hostel fanden. Wie angedeutet ist Costa Rica sehr teuer und wir konnten uns nur zwei Betten im 12-Bett Dorm und selbstgemachte Spagetti mit Tomatensauce leisten. In der Nacht fielen mal wieder Bettwanzen über uns her.
Am nächsten Morgen hatten wir genug: wir strichen alle Zipling-, Dschungelnachtsafari-, Rafting-, Vulkan- und Birdwatchingtouren von unserer Liste und buchten unseren Flug nach Hause! Man muss auch sagen, dass wir langsam "reisemüde" waren und uns nur noch schwer für irgendwas begeistern konnten. Da aber unsere Pechsträhne nicht abreißen wollte, klappte etwas mit der Buchung nicht und wir hetzten ohne Frühstück zum Busbahnhof, wo wir ein Ticket zur Grenze nach Panama kaufen wollten. Und tatsächlich bekamen wir keine Sitzplätze mehr, sondern mussten sechs Stunden hungrig auf dem dreckigen Fußboden des Busses sitzen bevor wir endlich die Grenze erreichten...

Fairerweise müssen wir sagen, dass wir tief drinnen immer noch glauben, dass Costa Rica ein schönes Land ist, dessen Besuch sich sicherlich lohnt wenn man viel Geld und spanische Sprachkenntnisse mitbringt. Es stimmt auch, dass es sehr westlich ist (Pfandflaschen, Zebrastreifen etc.) und es viele weiße Menschen gibt. Wir verbinden es allerdings mit eher unschönen Erinnerungen.