Der Grenzübergang nach Panama war ziemlich spektakulär, da er über eine sehr baufällige Brücke verlief, mit schönen großen Löchern, so dass wir auch gut und gerne in den 10m unter uns liegenden Fluss hätten fallen können... Bei der Einreise nach Panama hatten wir kurzzeitig Glück, denn es wurde erstmals tatsächlich ein Weiterreisenachweis verlangt. Ein Glück hatten wir unser Ticket nach Hause noch am Morgen gebucht!
Auf uns Touris wartete natürlich auch schon der nächste Minivan, der uns zu einen Abzockerpreis zum Fähranleger nach Bocas del Toro, dem angeblichen Partystrandort Panamas bringen sollte. Wir waren ein bisschen skeptisch, denn die letzte Fähre sollte schon in einer halben Stunde abfahren und die Minivanfahrt dorthin über eine Stunde dauern. Unser Fahrer versicherte uns, er hätte gerade mit dem Fährbetrieb telefoniert und die Fähre würde auf uns warten, weil wir so viele seien. "Jaja, sicherlich", dachten wir uns nur noch, denn nur um seinen Minivan vollzukriegen würde uns der gute Mann alles erzählen. Auf der Fahrt lernten wir Sietske und Jelle aus den Niederlanden kennen, die so viel Pech bisher auf ihrer Reise gehabt hatten, wie wir es schon lange nicht gehört hatten: Ihr Hotelsafe wurde in Costa Rica mit ALLEN wichtigen Sachen aufgeknackt, Reisepässe, Kameras, ipad, iphone, alle Speicherkarten mit allen Urlaubsfotos (!), Computer usw., alles war weg! Statt fünf Tage am Strand zu verbringen, mussten die beiden einen Tag zurück in die Hauptstadt fahren, dort drei Tage sich um alles Organisatorische kümmern, bei der Botschaft rumsitzen usw. und wieder einen Tag zurück fahren, da ihr Rückflug auch von Panama City ging. Voll krass. Daher haben die beiden auch ohne mit der Wimper zu zucken den dreifachen Betrag gezahlt, den die Fähre kosten sollte, weil sie ja, haltet euch fest, "extra auf uns gewartet hatte". Sietske und Jelle wollten halt so schnell wie möglich zurück an den Strand, während Sven und ich erstmal verhandeln wollten. Aber da wurde mit uns kurzer Prozess gemacht und die Fähre fuhr einfach ohne uns ab! Wir waren ziemlich geschockt, denn es war bereits sehr dunkel, es gab definitiv kein Hotel an dem Fähranleger und plötzlich waren wir uns noch zwei Pärchen aus Australien von ca. 15 Schwarzen umringt, die alle wie blöde auf uns einschrieen und uns in dubiose dunkle Gassen locken wollten. Wir begannen um ein Boot für uns sechs zu verhandeln, meinten, dass das andere nicht auf uns gewartet hätte, doch wie ihr euch sicherlich denken könnt, stieg der Preis immer höher und höher. Als die Fähre zurückkam, wollte natürlich jeder seinen Anteil am Touristenkuchen haben und der Kapitän nahm uns noch weiter aus. Wir mussten dann den fünffachen Preis zahlen! Wir waren so sauer! Was für ein Tag!


Bocas del Toro ist ein Inselarchipel. Wir landeten auf der großen Hauptinsel Colon und checkten fix und fertig in das nächstbeste Hostel ein. Wenig später trafen wir Sietske und Jelle wieder und waren mit den beiden ganz schick essen und danach Cocktails trinken. Die beiden hatten sofort eine Tour für den nächsten Tag gebucht, aber wir mussten dringend Wäsche waschen und wollten auch einfach mal ausspannen. Das Wetter war eh nicht so dolle und wir waren nur ein bisschen spazieren. Bevor wir uns mit den beiden am Abend wieder zum Essen treffen wollten, schlenderten wir auch an den ganzen Bookingoffices vorbei und fanden neben dem ganzen Standardangebot ein kleines unscheinbares Häuschen, an dem ein DIN-A4-Zettel hing und für eine Tour warb. Für verhältnismäßig wenig Geld sollten wir eine 2-tägige Bootstour mit Übernachtung auf einer Insel und "Korallensurfen" (dazu später mehr) bekommen. Gelesen, mit Sietske und Jelle zusammengetan und gebucht. Die Eigentümer waren Paola und Mateo aus Italien, frisch eingewandert und boten diese Tour zum allerersten Mal an. Wir waren also die "Proberunde" :)

 




Am nächsten Morgen ging es mit Sack und Pack los, denn wir mussten uns um Essen und Trinken selbst kümmern. Unser Ziel waren die beiden Inseln Zapatilla, ganz im Osten des Archipels im Nationalpark Bastimentos gelegen. Wir fuhren durch schöne Mangrovenlandschaften, stoppten um ein Faultier anzugucken und wenig später schwammen lauter Delfine vor uns rum. Und weit uns breit kein anderer Tourist, nur kleine traditionelle Fischboote. Obwohl wir sofort zu den Delfinen ins Wasser sprangen, hatten die wohl keine Lust auf uns und waren schnell wieder weg. Mateo und Paola hielten an einem wunderbaren Schnorchelspot und wir haben tolle Weichkorallen und alle möglichen Fischarten gesehen. Mateo ist ein toller Schnorchelguide, konnte uns wirklich viel erklären und hat Tiere gesehen, wo wir einfach nur achtlos vorbeigeschnorchelt wären. Dann kamen wir zu der wunderschönen Insel, auf der momentan nur zwei Biologen wohnen, die Schildkröten erforschen. Es gab noch ein Haus für den Ranger, in dem wir wohnen sollten. Sven und ich haben aber im Zelt geschlafen :) In dem Haus gab es einen kleinen Gasherd zum Kochen und im Garten eine kleine Regenwasserdusche und -toilette. Toll :) Das Wetter war leider nicht so dolle. Da Mateo und Paola die Tour wie gesagt zum ersten Mal durchführten, war der Ranger noch nicht da um uns das Haus aufzuschließen, weswegen wir auf der Insel herumliefen und Mateo uns schonmal Kokosnüsse für die Pina Coladas am Abend pflückte. Am späten Nachmittag waren wir dann zum ersten Mal "Korallensurfen". Das funktioniert folgendermaßen: wir halten uns an einem kleinen speziell gebogenem Plastikteil fest, das mit einer Schnur am Boot festgebunden ist. Wenn das Boot losfährt, werden wir sozusagen hinten mitgezogen. Dann heißt es tief Luft holen, untertauchen und sich wie ein Delfin im Wasser winden, durch die Korallen durchbrausen und die Unterwasserwelt mit Leichtigkeit genießen. Wir haben selbstverständlich einen sehr großen Abstand zu den Korallen gehabt! Es war wirklich unglaublich, wie viel man auf diese Weise von einem Riff alles zu sehen bekommt. Wir waren total begeistert von der Idee und Mateo meinte, dass es nur sehr wenige "Coralboards" auf der Welt gäbe.

Abends kochten wir lecker Pasta, schlürften am Lagerfeuer am Strand Rum mit frischer Kokosmilch direkt aus der Kokosnuss und liefen nachts mit der Taschenlampe bewaffnet einmal um die Insel um Schildkröten zu suchen, fanden aber leider keine. Der Sternenhimmel dazu war das Faszinierendste, was wir je in unserem Leben gesehen haben!!! Ein unglaubliches Sternenmeer von atemberaubender Schönheit, die Milchstraße in ihrer vollsten Pracht, hunderte von klar erkennbaren Sternenbildern - einfach phänomenal. Dann blicken wir auf das Wasser und sahen, dass die Insel von leuchtendem Plankton umgeben war... Keine Ahnung, ob ihr euch diese Schönheit vorstellen könnt...
Aller Ärger der letzten Tage war vergessen, das ist das Schöne an so einer Reise :)



Der nächste Morgen startete mit Sonne, Sonne, Sonne :) Die Insel sah dadurch noch schöner aus und wir hatten viel Zeit zum Rumgammeln. In unseren Augen ein bisschen zu viel, denn wir vier wollten unbedingt wieder Korallensurfen, aber Mateo und Paola hätten das nicht gedacht und hatten daher den Ranger zur Schlüsselabgabe viel später bestellt, so dass wir trotz der Schönheit der Insel ungeduldig darauf warteten abzufahren. Dann surften wir aber fast eine Stunde im Wasser! Sogar ins Tiefwasser fuhren wir und ein bisschen mulmig war uns schon, da Mateo meinte, dass wir uns dort nicht zu viel bewegen sollten, damit wir nicht wie Robben aussehen und Haie anlocken... (schluck)
Zum Abschluss des Tages waren wir noch an einem Wrack schnorcheln! :) Auch hier waren Mateos Künste als Guide unübertreffbar, so viel wie er uns zeigen konnte.





Am späten Nachmittag erreichten wir wieder die Insel Colon, verabschiedeten uns herzlich und fuhren alle vier mit dem Nachtbus nach Panama City. Sven und ich hatten einen Tag Zeit, um unseren anschließenden Trip auf die San Blas Inseln zu planen, auf denen wir Svens 31. Geburtstag feiern wollten. Die San Blas Inseln sind etwa 356 Inseln vor der Küste Panamas, die zum autonomen Indianderstamm der Kuna gehören. Die Inseln sind winzig klein, die meisten kann man in weniger als 5 Minuten umrunden, ein bisschen Strand, ein paar Palmen, fertig. Bei dieser Auswahl ist uns die Entscheidung sehr schwer gefallen, doch nach langem Hin und Her buchten wir die erste Nacht auf der Hook Island. Die San Blas Inseln sind sehr teuer und man bekommt eigentlich auch nichts für sein Geld, aber wir hatten ja noch das Geld von der nicht-stattgefundenen Balloonfahrt von Svens 30. Geburtstag und haben es nun in diesem kleinen Paradies gelassen :)